Donnerstag, 16. Juli 2015

Sandra von Yoga Natura im Interview



Sandra (von yoga-natura) und ich haben uns über Freunde kennen gelernt. Plötzlich erhielt ich eine Email von der frischen Yoga-Lehrerin aus Heidelberg, sie käme nach Pforzheim und wolle mich besuchen. Ich war gleich entzückt. Mit ihrer sympathischen Art war sofort klar: wir wollen gemeinsam einen Kurs gestalten. Yoga und Vegan gehört schließlich einfach zusammen. Gesagt, getan. Und so findet im Herbst (vom 5-8. Oktober) unser 3-tägiges Wohlfühlprogramm „Yoga und Vegan genießen“ statt.

Da ich Sandra inzwischen kennen und lieben gelernt habe, möchte ich euch die Möglichkeit geben diese liebe Person ebenfalls kennen zu lernen.

Hallo liebe Sandra, toll, dass ich dich heute mal so richtig zum Thema Yoga ausfragen darf. Ich liebe Yoga selbst unheimlich, daher ist das nicht ganz uneigennützig ;-). Du bist Yogalehrerin aus Heidelberg und mit deinem Yogaferien-Angebot mittlerweile in der ganzen Welt zuhause. Wie bist du zum Yoga gekommen? 
2002 habe ich auf Sri Lanka eine Ayurveda-Kur gemacht. Begleitend zur Kur wurde ein Yoga-Kurs angeboten. So habe ich unter blauem Himmel und Kokospalmen Yoga kennen gelernt. Unser strahlender Lehrer wiederholte immer wieder „Feel the happiness in your body!“. Das ist irgendwie hängen geblieben. Es hat mich beeindruckt, wie die Asanas (Körperübungen) sich anfühlten und wie sehr auf den Atem geachtet wurde. Zwar habe ich schon immer viel Sport getrieben, aber Yoga hat mir von Anfang an besonders gut getan. 

Dann hast du über Nacht alles hingeschmissen und beschlossen du wirst Yoga-Lehrerin? 
Nach dem Abschluß meiner berufsbegleitenden Yogalehrer-Ausbildung, habe ich mir bei meiner damaligen Firma (IT-Branche) eine Auszeit genommen, um in Indien eine Intensiv-Yogatherapie-Ausbildung zu machen. Im Anschluß war ich noch auf den Andamanen Inseln wo ich mitten im Regenwald mit Blick aufs Meer Yoga praktiziert habe. Dort entstand für mich auch die Idee Yoga-Ferien anzubieten.

Als ich zurück in meine Firma kam, erfuhr ich (Montags), dass es ein "Entlassungsangebot" gab. Bis Freitag war der Entschluss meiner Kündigung gefasst und die Tür war offen für den Weg in die Selbständigkeit. Als erstes bin ich dann für 8 Monate nach Indien gegangen... zum Abschalten, Yogen, Tauchen lernen und auch für meine erste Yogareise.

Ein mutiger Entschluss. Seitdem hat sich bestimmt viel getan. Welche Arten Yoga unterrichtest du heute? 
Ich unterrichte Hatha Yoga und lasse dabei gerne Eindrücke und Erfahrungen aus anderen Yogarichtungen mit einfließen, wie bspw. Details aus dem Iyengar Yoga (auch Hilfsmittel wie Blöcke und Gurte) und meine Yogatherapie-Ausbildungen. Mein Unterricht ist achtsam, liebevoll und flexibel (mal dynamischer, mal entspannender).


Den Therapie-Ansatz finde ich sehr interessant. Ich lese immer wieder dass mit Yoga Leiden gemildert oder sogar geheilt werden können. Kannst du das aus eigener Erfahrung auch so sagen? 
Ja, ich stelle auch bei mir selber immer wieder sehr positive Wirkungen der Asanas (Yoga-Positonen) auf den Körper fest. Bspw. stimulieren Rückbeugen die Thymusdrüse, die wesentlich zum Aufbau der körpereigenen Abwehr beiträgt. Vieles von dem, was du auf der Matte lernst, kannst du auch jenseits der Matte mitnehmen. Daher kann Yoga dich auch im Alltag unterstützen.

Oh das ist toll, da möchte man ja gar nicht mehr runter von der Matte! Was fasziniert dich besonders am Yoga?
Ich lege den Schwerpunkt auf das Erfahren. Yoga kann ein Weg zu dir zurück sein. Yoga kann helfen, sich bewusster wahrzunehmen, sich zu fühlen. Ich bin beim Yoga im Kontakt mit mir und ich bin präsent. Aus dieser Aufmerksamkeit entsteht für mich auch Achtsamkeit. Mitgefühl für sich selbst und auch für andere kann entstehen. Das Zusammenspiel der drei Aspekte: Körper – Geist – Energie machen aus Yoga mehr als Sport. Daher ist Yoga für mich unglaublich vielseitig. Und mit dem Thema Yoga kommt für mich auch ganz schnell das Thema Ernährung auf den Tisch.

Ja, genau – Yoga und vegan gehören einfach zusammen ;-). Du warst schon an so vielen Orten auf der Welt und hast für mich gleichmal eine lange „Da will ich hin“- Liste erstellt. Wo sind deine ganz persönlichen Lieblingsorte für Yoga? 
Überall – wenn möglich mit Natur drum herum. Aber es geht nicht darum, wie es um dich herum aussieht, wenn du bei dir bist, ist der Ort egal.

Da hast du wahrscheinlich Recht. Ich übe noch die Ruhe zu bewahren, wenn nebenan eine Baustelle ist. Überall ist doch schon prima. Und eignet sich Yoga auch für jeden? 
Jeden ☺. Ich weiß nicht, wer kein Yoga machen sollte. Ich hatte schon besorgte Patienten mit Blockaden, aber es finden sich fast immer geeignete Asanas oder angepasste Asanas, so dass am Ende einer Yogatherapiesitzung auch mal ein überraschtes „Ich kann mich ja doch bewegen!“ erklingt.


Ja, das geht mir genauso. Manchmal ist man überrascht was alles möglich ist. Hast du einen Tipp für alle stress-gebeutelten Berufstätigen, die keine Zeit für Yoga finden? 
Ganz klar Bewegung und Atmung – das entspannt. Es muss ja nicht gleich ewig lang geübt werden.
Wenn man anfangen möchte eine regelmäßige Yoga-Praxis aufzubauen, empfehle ich mit 10 Minuten am Tag anzufangen. Die Hürde ist viel geringer, als wenn du dir enthusiastisch jeden Morgen eine Stunde vornimmst und dann doch nicht aus dem Bett kommst.
In meiner stressigsten Projektphase hat mich an der Kaffeemaschine (ich mit grünem Tee) ein Kollege gefragt „Warum lachst du eigentlich noch?“. Da habe ich geantwortet: "Ich mache Yoga!" Da mußte ich dann selber lachen, weil das so spontan aus meinem Mund kam. Mein Morgen-Yoga hat mich mit nur 10 Minuten durch den ganzen Tag "getragen".

Und am besten Yoga jeden Tag? 
Idealerweise, ja. Aber es darf nicht verkrampft sein, man sollte sich nicht schlecht fühlen, wenn man einmal aussetzt. Ein paar Tage Pause kann gut sein. Aber das wieder Anfangen ist sehr wichtig. Es gibt Menschen, die enthusiastisch üben und in stressgeladenen Wochen Yoga ganz vergessen. Obwohl es ihnen gerade dann gut täte. In solchen Wochen sind die 10 Minuten ideal. Es geht nicht darum, wie lange du übst, sondern dir einmal am Tag, die Möglichkeit zu geben, auf die Yogamatte zu kommen.

Oh man, jetzt bin ich vollends vom Yoga-Fieber gepackt. Hast du für uns einen Literaturtipp? Jegliche Literatur von Jiddu Krishnamurti. Angefangen habe ich mit „Der Flug des Adlers. Ein traumhaftes Buch. „Die Schönheit der Freiheit besteht darin, dass sie keine Spur hinterlässt“.

Dann werde ich damit gleich mal loslegen, danke dir. Ich habe hier so viel über dich erfahren und über das Yoga. Und jetzt freue ich mich noch viel mehr auf unsere gemeinsame Zeit im Herbst.

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