Sonntag, 21. Juni 2015

Vegane Baisers



Viel zu lange war die Kreativ-Küche geschlossen, weil ich nur in der Gegend herum gereist bin. Und dabei bereitet sie mir sooo große Freude!

An die tausend Mal wurde ich inzwischen gefragt wie man denn vegan Baisers (die Schaum-Zucker-Dinger, die eigentlich viel zu süß sind aber im Mund zerfallen und Kindheitserinnerungen wecken) macht. Da ich selbst mich als Veganerin danach nicht unbedingt verzehrt hatte, habe ich viel zu lange gewartet. Endlich hatte ich Zeit zu experimentieren und fertig ist das - eigentlich viel zu einfache - Rezept.

Ihr könnt es übrigens genauso für Schaumküsse und Baiserhauben bei Kuchen verwenden. Rezepte werden folgen. Probiert einfach alles aus!

Ergibt ca. 60 Stück.

Für den Eiweiß-Schaum:
1 Glas Kichererbsen (350g)
1 Prise Salz
80 g Puderzucker (gerne auch aus Rohrohrzucker)
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
1 gestr. TL Vanille, gemahlen
1 TL Himbeeressig oder anderen hellen

Zum Einfärben:
1 TL Kakaopulver oder
1 TL Rote Bete Pulver

Das Glas Kichererbsen über Nacht (oder mindestens 4 Stunden) in den Kühlschrank stellen. Das ist nicht zwingend notwendig, es macht den Schaum aber steifer.
Am Tag darauf die Kichererbsen abschütten. Dabei das Wasser sorgfältig auffangen (die Kichererbsen anderweitig weiter verwenden). Das aufgefangene Wasser mit einer Prise Salz in eine Rührschüssel geben und 10 Minuten bei höchster Stufe steif schlagen. Wenn es die Kopfstand-Probe besteht, den gesiebten Zucker, sowie das Johannisbrotkernmehl und die Vanille zugeben und einmal kräftig durchschlagen. Zuletzt den Essig einrühren. Hier hilft eine Küchenmaschine ungemein.

2 Backbleche mit Backpapier oder einer Backmatte auslegen. Die Hälfte des Schaumes kannst du entweder mit Kakao oder Rote Bete Pulver einfärben, das macht es so schön bunt. Den Schaum in verschiedene Spritzbeutel mit Stern- oder Lochtülle füllen und ca. 4cm große Blumen auf das Backpapier spritzen. Bei 100 °C Ober-/Unterhitze 1,5-2 Stunden backen. Je nachdem wie weich ihr das Baiser in der Mitte mögt. Wenn ihr große Baisers spritzt sollte die Backzeit entsprechend verlängert werden.

Die kleinen Baisers 10 Minuten abkühlen lassen und servieren.


Leckere Rezepte, die anregen Neues zu probieren findet ihr auch in meinem Buch "Gesund Backen mit Veganpassion".


Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Backen und Genießen!

24 Kommentare:

liebesworte.com hat gesagt…

Liebe Stina,
vielen lieben Dank für dieses tolle Rezept.
Wenn du dann noch eins für Macarons machen könntest, wäre das ganz grandios <3
Belinda

Anonym hat gesagt…

Ich hab das neulich auch entdeckt, dass das geht, und musste es gleich ausprobieren, obwohl ich eigentlich auch nicht so auf Baiser stehe. Aber die Neugier! Es hat gut geklappt, aber dein Rezept ist noch ausgefeilter und klappt bestimmt noch besser. Aber als ichs dann als Kuchenhaube versucht hab, ist es mir total misslungen - ich habs nicht geschafft, die Backzeit so hinzubekommen, dass es für alle Elemente des Kuchens passt. Bin aber auch nicht so backerfahren. Daher wäre ich für ein Rezept, wo das als Kuchenhaube verwendet wird, echt dankbar.
LG gepee

anonym hat gesagt…

Das ist Klasse, ja!
Ich hab im Internet auch schon das schaumkuss-rezept entdeckt und mir gewünscht, sie wären schon fertig ☺
Scheint so, als dauerte es nicht mehr lange. ��

anonym hat gesagt…

Klingt Lecker!
Ich nehme mal an Vanille und Essig kommen mit dem Zucker dazu?

Ich werd's probieren!

Sam hat gesagt…

Woooooow! Hätte nie gedacht, dass man Kichererbsenwasser steif geschlagen bekommt. Ich werde es heute gleich testen :)

Anonym hat gesagt…

Das ging ja nun lange im Internet rum, es gibt sogar eine mehrere Facebookgruppen, die sich mit veganen Baisers und so weiter beschäftigen und Ihre Ideen dort teilen. Dort wird auch auf die Originalrezepte verwiesen. Sehr schade, dass Du keine dieser Quellen angibst.
https://www.facebook.com/groups/VeganMeringue/

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Backbegeisterte,

ich probiere selbst seit beinahe einem Jahr mit verschiedenen eiweißhaltigen Hülsenfrüchten und Saaten herum. Erst habe ich es mit Leinsamen versucht. Aufkochen, abkühlen, aufschlagen. Besonders die Backtemperatur scheint ausschlaggebend zu sein. Bis mein Freund vor ein paar Wochen meinte versuche es doch mal mit Kichererbsen. Das habe ich ausprobiert, online recherchiert und optimiert. Vielen Dank für deinen Link, ich wusste gar nicht dass es so viel gibt! Die Facebook-Seiten kann ich leider mit meinem Account alle nicht einsehen. Aber ganz super <3

Viele liebe Grüße!

Anonym hat gesagt…

Ich freu mich total über dein Rezept! Vielen, vielen Dank! Eine Frage hätte ich noch: Einfach das Wasser aus dem Glas in dem die Kichererbsen schon drin waren nehmen? Schmeckt das nicht komisch? Oder legt man die in frisches Wasser?

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Backbegeisterte,

du verwendest tatsächlich das Wasser in dem die Erbsen in der Dose schwimmen. Du kannst das aber auch selbst machen: getrocknete Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen und am Tag darauf 1-1,5 Stunden kochen. Abkühlen lassen und das Wasser auffangen. Dauert nur etwas länger ;-)

Liebe Grüße!

Kati hat gesagt…

Liebe Stina :)

Wie lageret man die Baisers am Besten & wie lange sind sie haltbar?

Herzliche Grüße

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Kati,

am besten trocken lagern, in einer Metalldose. Sie ziehen aber schnell Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und beginnen dann etwas zu kleben, also nicht zu sehr stapeln. An sich sind sie bestimmt länger haltbar, aber knusprig und lecker sind sie eher 3-4 Tage.

Viele liebe Grüße!

Sam hat gesagt…

Bei meinen Kichererbsen war noch Meersalz und Apfelessig mit dabei. Vielleicht lag es daran, dass ich ganze 25 Minuten schlagen musste... Aber es hat sich gelohnt. Echt Super fest geworden. Hätte ich niemals gedacht. Allerdings reicht der Platz auf einem Blech nicht dafür aus... Kann ich den Rest eine Zeit im Kühlschrank lagern, oder lässt sich das nicht mehr aufschlagen?

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Sam,

ja du brauchst tatsächlich 2 Backbleche. Ehrlich gesagt habe ich die Aufbewahrungsmethoden noch nicht durchprobiert, ich denke aber es müsste funktionieren.

Viel Spaß und vor allem Genuss!

weloveitvegan hat gesagt…

Ich hab zwar schon einige Bilder zu dem Thema gesehen - war vorher auch nicht so ein Fan von dem Zeug - aber dank Deines Rezepts bin ich nun doch auf den Geschmack gekommen - wird definitiv probiert ��

anonym hat gesagt…

Boah super.
Schon die rohe Masse schmeckt so "echt" nach aufgeschlagenem Eiweiß...
Ich hab einen teil gerade im Ofen stehen, die andere Hälfte hab ich auf Waffel drapiert. Die stehen gerade im Kühlschrank.
Ich hab statt johannisbrotkernmehl guarkernmehl genommen - scheint auch zu gehen.

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Backbegeisterte,

ja, die Konsistenz ist etwas anders mit Guarkernmehl, mir persönlich zu flexibel ;-)

TIPP: Um die Baisers noch fester zu machen könnt ihr das Kichererbsenwasser reduzieren lassen. Dann abkühlen lassen und wie beschrieben aufschlagen.
Die Baisers auf jeden Fall luftdicht lagern. Sollten sie nach ein paar Tagen etwas weicher werden einfach bei 100 °C nochmal 20-30 Minuten knusprig aufbacken.

Anonym hat gesagt…

Liebe Stina,

heute habe ich es ausprobiert. Total faszienierend. Innerhalb kürzester Zeit hatte meine KitchenAid wunderschöne Eischnee gezaubert. Alle Zutaten rein, herrlich. Statt Himbeeressig hatte ich Apfelessig rein. Und in eine Spritztülle habe ich es auch nicht rein, da ich keine habe, sondern habe einfach mit zwei TL Häufchen abgestochen. Im rohen Zustand einfach wunderbar.
ABER nach kürzester Zeit im Ofen einfach nur Fladen... alle....?

Was habe ich denn falsch gemacht? Liegt es an der TL-Variante? Oder am Apfelessig?
LG Pamela

Sina hat gesagt…

Ohh, die sehen so toll aus! :-) Ich wollte schon ewig mal Eiweiß-Schnee aus Kichererbsenwasser ausprobieren. Jetzt habe ich ja ein super Rezept dazu!

Liebe Grüße
Sina von veganheaven.de

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Pamela,

bei dem Wetter sind Baisers natürlich eine Herausforderung. Am Besten die Schüssel gut kühlen. Apfelessig geht auch und ich denke an den Tüllen kann es nicht unbedingt liegen. Der Schaum muss richtig gut aufgeschlagen werden. Vielleicht war auch dein Ofen zu heiß. Probier es nochmal mit 80 °C Ober-/Unterhitze und dann etwas länger backen.

Ganz viel Spaß beim nächsten Versuch!

Anonym hat gesagt…

Liebe Stina!
bei mir wurde das Kichererbsenwasser sehr schnell schön fest. als ich dann den Puderzucker dazu gegeben hab, wurde es wieder ziemlich flüssig. habe ich zuviel gerührt? oder zuwenig? gibt es einen Trick?
vielen Dan schon mal
lg Claudia

Küchenfee hat gesagt…

Liebe Claudia,

versuche den Puderzucker nach und nach zuzugeben und eher unterzuheben als stark zu rühren. Zum Stabilisieren kannst du zusätzlich etwas Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl zugeben.

Viel Spaß beim nächsten Versuch!

Anonym hat gesagt…

Die Masse wurde schön steif und hatte guten Stand. Leider sind die Baisers nach nur 5 Minuten Backzeit total zerlaufen. Habe jetzt eine Baiserplatte ,-(

Anonym hat gesagt…

Hallo, bei mir ist dasselbe passiert. Ich wollte Baisergeister backen und hatte nach fünf Minuten nur noch eine flüssige Suppe auf dem Blech. Eine "Platte" wäre das gar nicht mehr geworden, weshalb ich den Backvorgang abgebrochen habe. Dabei war die Masse schön fest. Wo lag mein Fehler? Keine Ahnung......

Laura hat gesagt…

Ich schließe mich den letzten Kommentaren an. War total überrascht, wie einfach das Kichererbsenwasser aufzuschlagen war. Nachdem die Häufchen aber ein wenig Zeit im Ofen waren, fielen alle ein und waren nur noch kleine Pfützen. Woran kann das liegen? Möchte auch sooo gerne Baisers backen :)

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