Montag, 27. Juli 2015

Rohffaellos



Ihr kennt sie vielleicht noch: diese kleinen viel zu süßen Kugeln, von denen man nicht nur eine essen kann. Südsee, Sommer und gute Laune gehen einem gleich durch den Gaumen zum Wohlfühlzentrum und entlocken ein zufriedenes Lächeln. Die hübschen kleinen Dinger sind ja leider nicht vegan und auch alles andere als gesund.

Da ich aber die größte Naschkatze aller Zeiten bin, hab ich dieses Wochenende eine vegan, rohe und gesunde Variante kredenzt. Ihr werdet staunen: ich habe gerade mal 20 Minuten dafür gebraucht. zugegeben in ähnlicher Zeit waren die kläglichen 20 Stück auch weggeputzt. Auf jeden Fall lohnenswert und die muss ich nochmal machen, meinte mein Freund.

Ergibt 20 Kugeln.

Für die Pralinenmasse:
80 g Kokosflocken
50 g Mandeln (Natur oder abgezogen)
40 g Kokosmus
60 g Agavendicksaft oder Reissirup
20 Mandeln (Natur oder abgezogen)
2-3 EL Kokosflocken zum Wälzen

Kokosflocken, Mandeln, Kokosmus und Agavendicksaft in den Mixer geben und zu einer cremigen Masse mischen. 2-3 EL Kokosflocken in einen tiefen Teller geben. Einen Mandelkern mit jeweils einem Teelöffel der Kokosmasse umschließen und zu einer Kugel formen. Die Kugeln in Kokosflocken wälzen und auf einem Teller kalt stellen. Die Pralinen halten sich im Kühlschrank mindestens eine Woche frisch. Das geht bestimmt auch länger, ich komme nur nicht dazu es auszuprobieren ;-).

Ganz viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen!

Donnerstag, 16. Juli 2015

Sandra von Yoga Natura im Interview



Sandra (von yoga-natura) und ich haben uns über Freunde kennen gelernt. Plötzlich erhielt ich eine Email von der frischen Yoga-Lehrerin aus Heidelberg, sie käme nach Pforzheim und wolle mich besuchen. Ich war gleich entzückt. Mit ihrer sympathischen Art war sofort klar: wir wollen gemeinsam einen Kurs gestalten. Yoga und Vegan gehört schließlich einfach zusammen. Gesagt, getan. Und so findet im Herbst (vom 5-8. Oktober) unser 3-tägiges Wohlfühlprogramm „Yoga und Vegan genießen“ statt.

Da ich Sandra inzwischen kennen und lieben gelernt habe, möchte ich euch die Möglichkeit geben diese liebe Person ebenfalls kennen zu lernen.

Hallo liebe Sandra, toll, dass ich dich heute mal so richtig zum Thema Yoga ausfragen darf. Ich liebe Yoga selbst unheimlich, daher ist das nicht ganz uneigennützig ;-). Du bist Yogalehrerin aus Heidelberg und mit deinem Yogaferien-Angebot mittlerweile in der ganzen Welt zuhause. Wie bist du zum Yoga gekommen? 
2002 habe ich auf Sri Lanka eine Ayurveda-Kur gemacht. Begleitend zur Kur wurde ein Yoga-Kurs angeboten. So habe ich unter blauem Himmel und Kokospalmen Yoga kennen gelernt. Unser strahlender Lehrer wiederholte immer wieder „Feel the happiness in your body!“. Das ist irgendwie hängen geblieben. Es hat mich beeindruckt, wie die Asanas (Körperübungen) sich anfühlten und wie sehr auf den Atem geachtet wurde. Zwar habe ich schon immer viel Sport getrieben, aber Yoga hat mir von Anfang an besonders gut getan. 

Dann hast du über Nacht alles hingeschmissen und beschlossen du wirst Yoga-Lehrerin? 
Nach dem Abschluß meiner berufsbegleitenden Yogalehrer-Ausbildung, habe ich mir bei meiner damaligen Firma (IT-Branche) eine Auszeit genommen, um in Indien eine Intensiv-Yogatherapie-Ausbildung zu machen. Im Anschluß war ich noch auf den Andamanen Inseln wo ich mitten im Regenwald mit Blick aufs Meer Yoga praktiziert habe. Dort entstand für mich auch die Idee Yoga-Ferien anzubieten.

Als ich zurück in meine Firma kam, erfuhr ich (Montags), dass es ein "Entlassungsangebot" gab. Bis Freitag war der Entschluss meiner Kündigung gefasst und die Tür war offen für den Weg in die Selbständigkeit. Als erstes bin ich dann für 8 Monate nach Indien gegangen... zum Abschalten, Yogen, Tauchen lernen und auch für meine erste Yogareise.

Ein mutiger Entschluss. Seitdem hat sich bestimmt viel getan. Welche Arten Yoga unterrichtest du heute? 
Ich unterrichte Hatha Yoga und lasse dabei gerne Eindrücke und Erfahrungen aus anderen Yogarichtungen mit einfließen, wie bspw. Details aus dem Iyengar Yoga (auch Hilfsmittel wie Blöcke und Gurte) und meine Yogatherapie-Ausbildungen. Mein Unterricht ist achtsam, liebevoll und flexibel (mal dynamischer, mal entspannender).


Den Therapie-Ansatz finde ich sehr interessant. Ich lese immer wieder dass mit Yoga Leiden gemildert oder sogar geheilt werden können. Kannst du das aus eigener Erfahrung auch so sagen? 
Ja, ich stelle auch bei mir selber immer wieder sehr positive Wirkungen der Asanas (Yoga-Positonen) auf den Körper fest. Bspw. stimulieren Rückbeugen die Thymusdrüse, die wesentlich zum Aufbau der körpereigenen Abwehr beiträgt. Vieles von dem, was du auf der Matte lernst, kannst du auch jenseits der Matte mitnehmen. Daher kann Yoga dich auch im Alltag unterstützen.

Oh das ist toll, da möchte man ja gar nicht mehr runter von der Matte! Was fasziniert dich besonders am Yoga?
Ich lege den Schwerpunkt auf das Erfahren. Yoga kann ein Weg zu dir zurück sein. Yoga kann helfen, sich bewusster wahrzunehmen, sich zu fühlen. Ich bin beim Yoga im Kontakt mit mir und ich bin präsent. Aus dieser Aufmerksamkeit entsteht für mich auch Achtsamkeit. Mitgefühl für sich selbst und auch für andere kann entstehen. Das Zusammenspiel der drei Aspekte: Körper – Geist – Energie machen aus Yoga mehr als Sport. Daher ist Yoga für mich unglaublich vielseitig. Und mit dem Thema Yoga kommt für mich auch ganz schnell das Thema Ernährung auf den Tisch.

Ja, genau – Yoga und vegan gehören einfach zusammen ;-). Du warst schon an so vielen Orten auf der Welt und hast für mich gleichmal eine lange „Da will ich hin“- Liste erstellt. Wo sind deine ganz persönlichen Lieblingsorte für Yoga? 
Überall – wenn möglich mit Natur drum herum. Aber es geht nicht darum, wie es um dich herum aussieht, wenn du bei dir bist, ist der Ort egal.

Da hast du wahrscheinlich Recht. Ich übe noch die Ruhe zu bewahren, wenn nebenan eine Baustelle ist. Überall ist doch schon prima. Und eignet sich Yoga auch für jeden? 
Jeden ☺. Ich weiß nicht, wer kein Yoga machen sollte. Ich hatte schon besorgte Patienten mit Blockaden, aber es finden sich fast immer geeignete Asanas oder angepasste Asanas, so dass am Ende einer Yogatherapiesitzung auch mal ein überraschtes „Ich kann mich ja doch bewegen!“ erklingt.


Ja, das geht mir genauso. Manchmal ist man überrascht was alles möglich ist. Hast du einen Tipp für alle stress-gebeutelten Berufstätigen, die keine Zeit für Yoga finden? 
Ganz klar Bewegung und Atmung – das entspannt. Es muss ja nicht gleich ewig lang geübt werden.
Wenn man anfangen möchte eine regelmäßige Yoga-Praxis aufzubauen, empfehle ich mit 10 Minuten am Tag anzufangen. Die Hürde ist viel geringer, als wenn du dir enthusiastisch jeden Morgen eine Stunde vornimmst und dann doch nicht aus dem Bett kommst.
In meiner stressigsten Projektphase hat mich an der Kaffeemaschine (ich mit grünem Tee) ein Kollege gefragt „Warum lachst du eigentlich noch?“. Da habe ich geantwortet: "Ich mache Yoga!" Da mußte ich dann selber lachen, weil das so spontan aus meinem Mund kam. Mein Morgen-Yoga hat mich mit nur 10 Minuten durch den ganzen Tag "getragen".

Und am besten Yoga jeden Tag? 
Idealerweise, ja. Aber es darf nicht verkrampft sein, man sollte sich nicht schlecht fühlen, wenn man einmal aussetzt. Ein paar Tage Pause kann gut sein. Aber das wieder Anfangen ist sehr wichtig. Es gibt Menschen, die enthusiastisch üben und in stressgeladenen Wochen Yoga ganz vergessen. Obwohl es ihnen gerade dann gut täte. In solchen Wochen sind die 10 Minuten ideal. Es geht nicht darum, wie lange du übst, sondern dir einmal am Tag, die Möglichkeit zu geben, auf die Yogamatte zu kommen.

Oh man, jetzt bin ich vollends vom Yoga-Fieber gepackt. Hast du für uns einen Literaturtipp? Jegliche Literatur von Jiddu Krishnamurti. Angefangen habe ich mit „Der Flug des Adlers. Ein traumhaftes Buch. „Die Schönheit der Freiheit besteht darin, dass sie keine Spur hinterlässt“.

Dann werde ich damit gleich mal loslegen, danke dir. Ich habe hier so viel über dich erfahren und über das Yoga. Und jetzt freue ich mich noch viel mehr auf unsere gemeinsame Zeit im Herbst.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Morning Glory Smoothie



Ich bin ein klarer Frühaufsteher. Wenn ich weiß, dass mich morgens meine Yogamatte erwartet, brauche ich keinen Wecker. Voller Glück und Tatendrang springe ich auf meine Matte und genieße den Start in den Tag. Das gute und vitalisierende Gefühl, das ich durch Yoga bekommen, schwächt sich meist im Laufe des Tages ab. Plötzlich sind so viele Gedanken in meinem Kopf und ich muss immer wieder bewusst einen Schritt zurück nehmen um alles zu entschleunigen. Die Dinge relativieren, das viele Glück sehen, das mich umgibt, und das auch in Situationen wo mich der Stress manchmal überhäuft. Durchatmen - Smoothie trinken - weitermachen.

Hier mein Lieblingssmoothie, wenn es darum geht die Morgenfrische über den Tag aufrecht zu erhalten. Genieße ihn.

Ergibt 2 Gläser.

Für den Smoothie:
2 Stiele Stangensellerie
1 Kiwi
1/2 Landgurke
1 Glas (250 ml) Orangensaft
1/2 Glas (125ml) kaltes Wasser oder Eiswürfel
1 EL Zitronensaft

Sellerie waschen und die Kiwi schälen. Mit allen weiteren Zutaten in den Mixer geben und zu einem weichen Smoothie mixen. Strohalm rein - glücklich sein :-)

Montag, 6. Juli 2015

5-Kräuter Bete mit Sahne-Seitlingen



Als Kind war mit Rote Bete nicht bunt genug. Nicht als Farbe, sondern als Feuerwerk. Weißt du was ich meine? Du beißt drauf und im Mund passiert etwas - es knistert, es explodiert, es wird bunt und laut und fröhlich. Ich glaube das Gefühl hatte ich nur bei Schokolade :-). Oder meine Mama hat einfach nicht das richtige Dressing gefunden...

Heute jedenfalls ist das ganz anders. Als ich vor einigen Jahren meinen roten Freund neu entdeckte war ich ganz überrascht - der ist nicht nur bunt, er kann auch was! Mein Herz lacht jedes Mal aufs Neue, wenn ich seine tiefrote Farbe erblicke. Es macht einfach glücklich. Ob roh oder gekocht - für mich ist die Rote Bete ein wandelbarer Wegbegleiter geworden, der mir die Morgende mit leuchtenden Smoothies versüßt. Inzwischen findest du die Rote Bete in vielen meiner Rezepte von Brownies und Apfelkuchen, Bolognese bis Strudel. Und ich liebe sie alle! Heute gibt es die Rote Bete ganz klassisch: Gekocht und gekräutert. Hab viel Spaß beim Nachkochen!

Ergibt 2 Portionen.

Für die Kartoffeln:
600 g Frühkartoffeln
Salz
Olivenöl

Die Kartoffel ein bis zweimal durchschneiden und in reichlich Salzwasser garen. Dann abschütten und mit etwas Olivenöl beträufeln.

Für die 5-Kräuter-Bete:
2 Rote Bete
2 EL Zitronensaft
je 1 Ast Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Bohnenkraut
1 TL Agavendicksaft
Salz, Pfeffer

Die Rote Bete vom Grün befreien (das brauchen wir noch für unten). Wenn nötig schälen, sonst abreiben oder waschen und dann in feine Scheiben hobeln. Die Rote Bete mit 50-100 ml Wasser und dem Zitronensaft, sowie den gehackten Kräutern und dem Agavendicksaft in einen kleinen Topf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und bei geschlossenem Deckel ca. 10 Minuten garen.

GRILL-TIPP: Die Kräuter-Bete ist auch kalt im Salat oder einfach so ein Genuss und eignet sich hervorragend als Grill-Beilage!

Für die Sahne-Seitlinge:
6 große Kräuterseitlinge
2 EL Olivenöl
2 Lauchzwiebeln
das Grün der 2 Rote Bete
Salz, Pfeffer
1 Ast Oregano
1 EL Hefeflocken
1 TL Agavendicksaft
250 ml Hafercuisine (oder andere Pflanzensahne)

Die Kräuterseitlinge abreiben und in Streifen schneiden und in etwas Olivenöl anbraten. Die Zwiebeln fein würfeln und zugeben.
Das Grün der Rote Bete gründlich waschen, abtupfen und in Stücke schneiden und mit in die Pfanne geben. Mit Salz, Pfeffer, Oreganoblättern, Haferflocken und etwas Agavendicksaft würzen. Dann mit der Sahne aufgießen und zu einer sämigen Soße eindicken lassen.

Kartoffeln mit der 5-Kräuter-Bete und den Sahne-Seitlingen servieren und genießen.

Sonntag, 21. Juni 2015

Vegane Baisers



Viel zu lange war die Kreativ-Küche geschlossen, weil ich nur in der Gegend herum gereist bin. Und dabei bereitet sie mir sooo große Freude!

An die tausend Mal wurde ich inzwischen gefragt wie man denn vegan Baisers (die Schaum-Zucker-Dinger, die eigentlich viel zu süß sind aber im Mund zerfallen und Kindheitserinnerungen wecken) macht. Da ich selbst mich als Veganerin danach nicht unbedingt verzehrt hatte, habe ich viel zu lange gewartet. Endlich hatte ich Zeit zu experimentieren und fertig ist das - eigentlich viel zu einfache - Rezept.

Ihr könnt es übrigens genauso für Schaumküsse und Baiserhauben bei Kuchen verwenden. Rezepte werden folgen. Probiert einfach alles aus!

Ergibt ca. 60 Stück.

Für den Eiweiß-Schaum:
1 Glas Kichererbsen (350g)
1 Prise Salz
80 g Puderzucker (gerne auch aus Rohrohrzucker)
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
1 gestr. TL Vanille, gemahlen
1 TL Himbeeressig oder anderen hellen

Zum Einfärben:
1 TL Kakaopulver oder
1 TL Rote Bete Pulver

Das Glas Kichererbsen über Nacht (oder mindestens 4 Stunden) in den Kühlschrank stellen. Das ist nicht zwingend notwendig, es macht den Schaum aber steifer.
Am Tag darauf die Kichererbsen abschütten. Dabei das Wasser sorgfältig auffangen (die Kichererbsen anderweitig weiter verwenden). Das aufgefangene Wasser mit einer Prise Salz in eine Rührschüssel geben und 10 Minuten bei höchster Stufe steif schlagen. Wenn es die Kopfstand-Probe besteht, den gesiebten Zucker, sowie das Johannisbrotkernmehl und die Vanille zugeben und einmal kräftig durchschlagen. Zuletzt den Essig einrühren. Hier hilft eine Küchenmaschine ungemein.

2 Backbleche mit Backpapier oder einer Backmatte auslegen. Die Hälfte des Schaumes kannst du entweder mit Kakao oder Rote Bete Pulver einfärben, das macht es so schön bunt. Den Schaum in verschiedene Spritzbeutel mit Stern- oder Lochtülle füllen und ca. 4cm große Blumen auf das Backpapier spritzen. Bei 100 °C Ober-/Unterhitze 1,5-2 Stunden backen. Je nachdem wie weich ihr das Baiser in der Mitte mögt. Wenn ihr große Baisers spritzt sollte die Backzeit entsprechend verlängert werden.

Die kleinen Baisers 10 Minuten abkühlen lassen und servieren.


Leckere Rezepte, die anregen Neues zu probieren findet ihr auch in meinem Buch "Gesund Backen mit Veganpassion".


Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Backen und Genießen!